Unsere Mobilität mit dem Auto 1960 und 2010

Ein Auto von besonderer Klasse war in der Zeit um 1960 der FIAT 600. Er wurde von 1955 bis 1973 gebaut. Mit einem Heckmotor ausgerüstet, wurde der 600  damals eine Art Familienwagen, denn bei nur 3,29 m Länge und 1,40 m Breite konnte er doch vier Personen befördern.  Jedoch die Suche nach einen Kofferraum  war vergeblich. Einen „Matchbeutel“ konnte man vielleicht unter der Fronthabe unter-bringen. So wurde dieser Klassiker in Deutschland besonders von der jüngeren Generation (ohne Familie) geliebt, denn so ein Auto katapultierte den  jungen Besitzer im Ansehen gleich einige Stufen nach oben. Die Begehrlichkeiten für dieses Auto breitete sich in ganz Europa aus und so wurde der 600 und überarbeitet als 770 in Italien, Deutschland, Spanien und Jugoslawien gebaut. Der Fiat 600 / 770 zählt  wie z.B. der VW-Käfer zur Mittelklasse .

Techn. Daten: „Fiat 770“; Motor: 23 PS, Hubraum: 761ccm, Geschwindigkeit: max. 110 km/h, Treibstoff:  Benzin (93 Oktan).

 

In der Zeit um 2010 gehört das Auto als Standardrequisit zu unserem Alltag . Leistungen und Funktionen von denen ein Autofahrer in den 60er Jahren noch nicht einmal träumen konnte, sind jetzt selbstverständlich. Mit Abmessungen von 4,60 m Länge und 1,70 m Breite wird gute Sicherheit und angemessener Platz für Insassen und natürlich auch für das Gepäck angeboten. So ist es heute opportun, dass ein Auto mit Servolenkung, Airbag, ABS,ESP, viel Elektronik usw. ausgerüstet ist. Sicherheitsgurte an den Sitzen und die stabile Fahrgastzelle sind  dabei die Grundlagen der Sicherheit. Ein starker Motor, das elektronische Navigationssystem, Klimaanlage und Sitzheizung vermitteln ein entspanntes Fahren, auch für weite Strecken und auf unbekannten Straßen. Ein Mercedes  der C-Klasse zählt heute zur Mittelklasse  bzw. zur gehobenen Mittelklasse und ist hier stellvertretend  für andere Fabrikate wie Audi, BMW, Ford, Opel, VW usw. genannt.

Techn. Daten: „Mercedes C 270 CDI; Motor: 170 PS, Hubraum: 2.685 ccm, Geschwindigkeit: max. 220 km/h, Treibstoff: Diesel.

Bilanz:

Das Auto der  60er Jahre

Das Auto als Mobilität für große Bevölkerungsteile  um 1960 war die zivile Errungenschaft schlecht hin.  Jetzt war es möglich, dass Familien mit Kind und Kegel oder  Einzelpersonen ganz individuell nach eigenen Wünschen bequem reisen oder sich ganz einfach fortbewegen konnten. Sei  es  um die  eigene nähere Umgebung zu erkunden, oder am Sonntag  zum Nachmittagskaffee ein schönes Ausflugsziel anzusteuern, oder um entspannt und schnell an den Arbeitsplatz zu kommen. Urlaubsziele in den Bergen oder am Meer, in fremde Städte oder  Naturschutzgebiete waren  mit dem Auto  problemlos erreichbar. Ein euphorisches Freiheitsgefühl.


Zurückblickend ist jedoch zu erkennen, dass Autos zur damaligen Zeit  und nach unseren heutigen Ansprüchen keine Sicherheit, kein bequemes und entspanntes Fahren oder keine Assistenzfunktionen für den Fahrer geboten haben. Es gab natürlich schon Ansätze das Auto mit technischen Verbesserungen auszurüsten, aber solche Fortschritte waren immer nur in den sogenannten „Edelkarossen“ zu finden. Diese technischen Fortschritte wurden dann , nach den sogenannten Wettbewerbs-bedingungen, nach und nach auch in den „mittleren“ und „kleineren“ Autoklassen übernommen. Der wirtschaftliche Aufschwung  in den 50er Jahren hatte
für den großen Teil der Bürger die automobile Mobilität ermöglicht, die mit einem schön geformten und lackierten „Blechgehäuse“ mit vier Rädern und einem dazu passenden Motor  begann und die Ansprüche an das Leben änderte.

 

Das Auto um 2010

Mit der stetigen Weiterentwicklung des „fahrbaren Untersatzes“ aus den 50er Jahren sind wir bei dem technischen Stand der heutigen Autos angekommen.
Das Auto 
um 2010 vermittelt nicht mehr das besondere Gefühl  der Freiheit oder bequem und sehr individuell an Orte in Nah und Fern zu kommen, nein es gehört zu unserem Alltag,  zur Freizeit, zum Beruf oder zur Erledigung der täglichen Aufgaben. Ein Leben ohne Auto ist schon fast gar nicht mehr vorstellbar.


Mit den erreichten Entwicklungsstand zur Sicherheit der Insassen, den technischen Assistenzfunktionen und den Komfort werden dem Autofahrer, nach heutigen Maßstäben, alle Voraussetzungen für  eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr bereitgestellt. Darüber hinaus vermittelt das Auto „Freude am Fahren“ und hebt das Wohlfühlgefühl, wenn nicht immer häufiger  die unangenehmen Staus oder schleppender Verkehr auf den Straßen  für  Ärger und Geduldsproben sorgen würden.

 

Zukunft

Der Straßenverkehr nimmt weiter zu, die Autos werden immer mehr. Wo wird das Enden?  Ist es dann vorbei mit „Freude am Fahren“? Hat das Freiheitsgefühl durch die Mobilität, wie man es in den 60er Jahren kannte, ausgedient? Oder wird es eine andere Art von Mobilität geben?

Zur Zeit ist das Auto noch nicht ersetzbar und so wird an dem liebgewordenen Begleiter weiterentwickelt. Da seit der Erfindung des Automobils (ca. 1886) bis heute  der Motor mit fossilen Brennstoff (Benzin, Diesel) angetrieben wird, läuft z.Zt. die Entwicklung auf Hochtouren um den fossilen Energieträger zu ersetzen. Ob Biologische-Kraftstoffe, ob Wasserstoff, ob Strom oder andere Energien das Auto  zukünftig antreiben,  ist noch offen.

08.06.2011   P.Thalhammer                                                 Das Auto  Gestern und Heute